Von der Firmenkantine, Schnippo-Verehrern und Salatknabberern
| Autor: Kristin | Kategorie: Kleinraumbüro, Kuriosum | 22.July 2008 |
So wichtig wie das Arbeiten und „produktiv sein“ im schweren, arbeitssamen Wochenalltag ist eben auch die Verpflegung. Nicht selten wandert der Blick bei Vielen bereits 11.30 Uhr zur Uhr, weil der Magen mit einem merkwürdigen Gurgel-Geräusch das Verlangen nach Verdauungsarbeit ankündigt. Wenn man zu diesem Zeitpunkt noch in einem Meeting sitzt und der Magen lustig vor sich hin gurgelt und herumblubbert, wird’s oft peinlich. Auf die entrüsteten Blicke des Tischnachbarn im feinen Zwirn folgt dann der verklärte Blick voller Rechtfertigkeiten: „Ähm, ich hatte heut früh kein Frühstück…Es tut mir leid.“ – Was kann da Abhilfe schaffen? Ganz klar. Futter fassen. Den Magen füllen. Pure Nahrungsaufnahme. Mampfen was das Zeug hält. Auf Deutsch: Mittag muss her.
Dabei hält es eben auch jeder irgendwie anders. Zum Einen gibt’s die Salat-Jünger. Sie knabbern täglich am gesunden Grün welches sie an der Salat-Bar eisern erstanden haben. Vielleicht noch ein Baguette dazu. Das wars. Es gibt die Scharfmacher. Sie trainieren ihre Geschmacksnerven buchstäblich bis an die extreme Leistungsfähigkeit. Asiatische Chilisauce, Chilischoten oder Pfefferkörner aller Art werden gestreut, gedippt, gebröckelt oder aus den Flaschen über das Essen gepresst. Ein Vorteil: alles schmeckt irgendwie gleich und man hat nie böse Überraschungen auf dem Teller. Ein Nachteil: die ungewaschenen Finger, die danach vielleicht in den Augen reiben, führen zu Unproduktivität aufgrund von Sehkraftverlust (einen Gruß an JOBMIXER-Chefetage lol). Für weitere Scharf-Inspirationen können Interessierte einfach mal hier klicken. Die Brot-Mitnehmer gibt’s auch noch. Fein geschmierte Schnittchen mit Wurst oder Käse erinnern sie liebevoll an ihr zu Hause. Auch wenn das bereits etwas eingetrocknete Backwerk im Mund immer mehr wird, bemühen sie sich, beim Mittag noch zufrieden auszusehen. Die Klassiker gibt’s auch: die Schnippo-Liebhaber. Das sind die Deftigen, die Brutzel-Genießer, die den deutschen Klassiker „Schnitzel mit Pommes“ mindestens 2x in der Woche erleben müssen. Doch sind sie nicht fest gefahren – nein, variieren können sie auch. Zum Beispiel können die Pommes auch mal durch Kartoffel-Ecken ausgetauscht werden.
Eine Studie über die Mitarbeiterverpflegung im Mittelstand zeigt, dass die Verpflegung einen hohen Stellenwert hat. Dazu wurden im Frühjahr die Top-Entscheider von 250 kleinen und mittleren Unternehmen befragt.
- 61% der Entscheider von größeren Unternehmen meinen, der tägliche Speiseplan sollte drei bis vier verschiedene Hauptgerichte umfassen
- In kleinen Firmen sind das bloß 48 % - die Anderen geben sich auch mit 2 Speisevarianten zufrieden
- Fast zwei Drittel der Manager sind mit einer Wiederholung des Speiseplans nach vier Wochen zufrieden, weitere 30 Prozent mit einer Wiederholungsrate von acht Wochen
- Rund ein Viertel akzeptiert sogar nur alle drei Monate eine Wiederholung
Als Faustformel in der Mitarbeiterverpflegung gilt: alle zehn bis zwölf Wochen können Teile des Speiseplans wiederholt werden - dies ist für den Einkauf von größeren Mengen an Rohwaren und die Bevorratung von Convenience-Komponenten wichtig”. (Quelle)
Schön so. Das erklärt vielleicht warum man immer so endlos lang warten muss, bis es wieder das Lieblings-Gericht gibt. Da heißt es also: geduldig sein. Und wer dennoch nicht lang warten will, lässt die Kantine eben sein und wird Stammgast an der Currywurstbude oder an der Schlemmer-Ecke. Da gibt’s dann das Lieblingsmenu jeden Tag.
Mahlzeit.


Kommentar schreiben