Von cuil, Google und keiner dezenten PR

Autor: Kristin  Kategorie: Kuriosum 29.July 2008

Wie oft wird über Google berichtet! Das ist ja fast schon langweilig! Da muss natürlich jetzt auch mal etwas Neues her. Und das Neue heißt „Cuil“. Cuil ist das Produkt von ehemaligen Top-IBM-Entwicklern und Ex-Mitarbeitern von Google und soll eben genau jene Suchmaschine angreifen. Cuil („cool“ soll es ausgesprochen werden!) ist ein junges Suchmaschinenpflänzchen. Gepflanzt wurde das kleine Ding, um es später mal zu einem großen Suchmaschinen-Baum mit vielen reifen Früchten und hohen Ernteerträgen heran zu wachsen zu lassen und Google die Baum-Stirn zu bieten. Seine Wurzeln sollen viel tiefer und länger im Erdreich verwurzelt sein, das heißt es soll einen größeren Suchindex als Google aufweisen.

Noch ist das Pflänzchen sehr klein, zart und zerbrechlich. Es sieht gut aus, fast schon minimalistisch. Die Suchergebnisse werden nicht einfach nur untereinander angezeigt, sondern sie reihen sich in mehreren Spalten auch nebeneinander an. Außerdem kann in Kategorien gesucht werden. Aber die Ergebnisse sind noch genauso mickrig wie das zarte Pflänzchen selbst. Bunt durcheinander gewürfelte Fakten, Bilder, die mit den Inhalten rein gar nichts zu tun haben, merkwürdige Kategorievorgaben und einfach viel zu wenig Information. Es gleicht einem Such-Fundus zum selber bauen. Die Infos, die man geliefert bekommt, muss man selber mit anderen Suchergebnissen zusammen puzzeln und schauen ob das Ganze Sinn macht. Das Pflänzchen spricht bisher auch nur Englisch, das heißt, dass es fast ausschließlich auf englische Suchbegriffe reagiert.

Nun gut. Und damit das Pflänzchen auch groß, stark und gewinnbringend werden kann, muss man es gießen und düngen. Und zwar mit richtig viel PR, einem großen Stück Marketing und einem Hauch Unschuldstaktik (die besagt, dass gerade diese Suchmaschine, im ausgewachsenen Zustand, nie persönliche Daten speichern wird, wie es Google tut).

Gedüngt wird das gute Stück bisher bestens. Nahezu alle Medien bedienen sich einer ausgiebigen Berichterstattung, testen und klicken, vergleichen und suchen damit. Sie lästern, zerreißen, bestaunen und bewundern cuil. Zeitweise war die Seite wohl sogar überlastet und nicht erreichbar. Es stellt sich die Frage, warum man mit einer Suchmaschine online geht, die als direkter Google-Konkurrent gehandelt wird und zwar nett anzusehen ist, aber in Wirklichkeit noch rein gar nichts Anständiges findet? Ist man als Ex-Top-IBM´ler und Ex-Google-Mitarbeiter nicht Profi genug, um so lange zu optimieren, dass der Start nicht peinlich wird?

Die Antwort ist ganz klar: „Attention Seeking“ und eine gekonnt mediale Inszenierung rund um Fehler und Unzulänglichkeiten, gepaart mit zahllosen Tests und Vergleichen mit Google sind auch PR, oder? Vor allem für Google. Im Moment ist das Ganze also vielmehr ein Mittel, um Google zu pushen und dessen Vorteile aufzuzeigen. Das macht stutzig, oder? Genau wie der Fakt, dass die Suche nach dem Begriff “google” auf einmal alle Produkte von und über Google sauber und übersichtlich fehlerlos aufreiht, was vorher nicht mal bei der Suche nach “Britney Spears” möglich war.

Im Prinzip ist das auch alles egal. Hauptsache cuil findet bald alles - zum Beispiel auch die wichtigen Dinge wie das Bewerberportal JOBMIXER

:-)


Kommentar schreiben



Login

Login
Password
 


rss feed

Letzte Beiträge:



Popular Tags:



Categories:



Archives:



Suche:


Bookmarks:

Mr. Wong Webnews Oneview Digg Del.icio.us StumbleUpon
Furl Yahoo Google Blinklist Technorati Ma.Gnolia

Blogroll:


Partner:

Weiterbildung BWL


Buchempfehlung:

Erfolgreiche Musterbewerbungen und Lebensläufe. 50 Beispieltexte und Gestaltungsvorschläge
Bewerben ist kein Kinderspiel: Die Unterlagen sollen interessant sein, aber seriös, überzeugend, aber nicht prahlerisch - kurz: rundherum stimmig und maßgeschneidert für den neuen Traumjob. Dr. Wolfgang Reichel hilft bei der richtigen Vorbereitung und bietet jede Menge Musterbeispiele. So macht Bewerben Spaß!