Vom IKEA-Haus und wirtschaftlicher Familienpolitik

Autor: Kristin  Kategorie: Kuriosum 4.August 2008

Die Produkte sind bunt, naturbelassen, irgendwie modern aber manchmal trotzdem klassisch, haben merkwürdige Namen und meistens duftet es im Kassenbereich schon nach Hotdogs mit Röstzwiebeln? Wovon ich rede? Nein, nicht vom Imbiss von nebenan, sondern vom innovativen schwedischen Möbelhaus IKEA.

Dass IKEA mit seiner Produktpalette ganz weit vorn im Unternehmertum liegt, Ingvar Kamprad, der einstige Begründer, einer der erfolgreichsten Unternehmer bisher war und ist, ist bekannt. Auch dass der Aufbau von Besta, Lack, Aspvik & Co. manchmal durchaus etwas, na ja, sagen wir mal, schwierig ist, ist auch kein Geheimnis.

Doch nun erweitert sich der Unternehmergeist der IKEA-Macher-und-Gründer: IKEA verkauft jetzt nicht einfach mehr nur Wandregale, Polsterliegen und Nachttischschränke, sondern sogar ganze Häuser.

In England bietet das Möbelhaus nun günstige Reihenhäuser an. Im Preis inbegriffen: Küche, Bad und das Grundstück. Gemeinsam mit dem Bauunternehmen Skanska hat Ikea die einfachen Häuser mit offenen Wohngrundrissen entwickelt. Bisher waren sie vereinzelt in Skandinavien zu finden, jetzt werden die ersten Objekte in Großbritannien fertiggestellt. (Quelle)

Das nennt man doch mal flexibel! Es ist durchaus clever von IKEA, so schnell auf Wirtschaftskrisen und Marktveränderungen zu reagieren, denn vor allem in England sah man hier von Anfang an den passenden Markt. Haben sich doch vor allem hier aufgrund der Immobilienkrise die Geldbeutel vieler Eigenheim-Suchender extrem verkleinert. Dabei kann man nicht nur mit dem Design des Hauses punkten, sondern das Entscheidendste ist, wie immer, na, was wohl? Genau! Der Preis.

Gelockt hat vor allem der Preis: Mölna, das mit 67 Quadratmeter Wohnfläche kleinste Domizil, kostet umgerechnet 167.500 Euro, inklusive Grundstück. Dabei sind eine Ikea-Küche und das Badezimmer schon eingebaut, die Fußböden mit Laminat ausgelegt. (Quelle)

Und auch politisch scheint IKEA in diesem Zusammenhang zu denken. Vor allem politisch korrekt und sozial. Die Häuser werden nämlich nach sozialen Kriterien vergeben. Alle, die sich für ein IKEA-Haus interessierten, mussten sich bewerben und ein Einkommen zw. 20 000 und 44 000 Euro nachweisen. Dazu kam, dass sie bereits in der Gegend wohnhaft sein mussten und kein Hauseigentum vorweisen durften. Somit waren die Käufer vor allem junge Familien und Paare!

Perfekt für die Steigerung der Geburtenrate und Familienpolitik, oder? Demnach erweitert IKEA sein Image-Portfolio (neben innovativen und umweltschonenden Produkten, neben dem perfekten Arbeitsklima, den optimalen Arbeitsbedingungen) nun auch um das perfekte sozialpolitische Engagement.

Wohnst du noch lebst du schon – das bekommt damit eine umfassendere Bedeutung!


Kommentar schreiben



Login

Login
Password
 


rss feed

Letzte Beiträge:



Popular Tags:



Categories:



Archives:



Suche:


Bookmarks:

Mr. Wong Webnews Oneview Digg Del.icio.us StumbleUpon
Furl Yahoo Google Blinklist Technorati Ma.Gnolia

Blogroll:


Partner:

Weiterbildung BWL


Buchempfehlung:

Erfolgreiche Musterbewerbungen und Lebensläufe. 50 Beispieltexte und Gestaltungsvorschläge
Bewerben ist kein Kinderspiel: Die Unterlagen sollen interessant sein, aber seriös, überzeugend, aber nicht prahlerisch - kurz: rundherum stimmig und maßgeschneidert für den neuen Traumjob. Dr. Wolfgang Reichel hilft bei der richtigen Vorbereitung und bietet jede Menge Musterbeispiele. So macht Bewerben Spaß!