Vom Männermobbing im Kindergarten

Autor: Kristin  Kategorie: Kuriosum 18.August 2008

Mobbing ist ja immer ein großes Thema. Die, die es nicht betrifft, stellen sich darunter vor allem einen megagroßen Zickenkrieg vor: Frau mag Frau nicht, weil sie die bessere Figur hat, weil sie die schöneren Klamotten trägt und weil ihr das rote Blümchenkleid einfach viel besser steht. Und so werden Aktenordner versteckt, Daten gelöscht und Gemeinheiten im Flurfunk verbreitet.

Doch der Focus deckt heute auf: Mobbing, vor allem unter den Studenten, betrifft auch Männer. Insbesondere in den sozialen Studienrichtungen, wie Erziehungswissenschaften, und später auch in den entsprechenden Berufsfeldern.

Ganz klar, das ist eine Frauendomäne. Die Frauen haben hier die Hosen an und die Männer gucken arbeitstechnisch in die Röhre. Und genau das macht sie zu idealen Mobbing-Opfern, so Focus online.

„Frauen installieren Duftlampen und dekorieren mit Tüchern. Statt Postern mit Autos zieren Märchenfiguren die Räume“, schildert eine ehemalige Fachbeauftragte für Gender-Fragen des Münchner Schulreferats ihre Beobachtungen. (Quelle)

Und um das zu untermauern, gibt es hier ein paar Zahlen:

Laut Mobbing-Report der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA) ist die Rate von Schikanen im Job ausgerechnet im sozialen Bereich am größten. Die Mobber sind häufig Frauen, denn nach Angaben des Statistischen Bundesamtes arbeiten in der Sozialpädagogik, der Erziehung und der Kinderpflege insgesamt nur zwei Prozent Männer. Ganze 0,9 Prozent Männer gibt es in der Kinderpflege. 2,1 Prozent sind es bei den Erziehern und 10,6 Prozent bei den Sozialpädagogen. Das Verhältnis zwischen männlichen und weiblichen Studierenden liegt, je nach Universität und Bundesland, etwa zwischen 1:16 und 1:20. (Quelle)

Und um das zu ändern, hat sich die gute Frau von der Leyen wieder etwas neues einfallen lassen. Und was genau ist das? Ganz klar: ein Forschungsprojekt, das herausfinden soll, warum so wenig Männer in die weiblichen Berufsdomänen Schule oder Kindergarten Einzug halten wollen. Damit verbunden ist eine aktivere Werbekampage für pädagogische Studiengänge bei der Zielgruppe Mann.

Hmm. Also dass Männer und Frauen unterschiedliche Erziehungsmodelle bevorzugen, kann ja möglich sein. So zitiert der Focus die Autorin und Feministin Melitta Walter: „Männer fordern für Kinder mehr Abenteuer und Freiraum. Frauen werfen den Männern deshalb vor, verantwortungslos und leichtsinnig zu handeln. Männer fordern freie Bodenflächen, Bolzplätze und Wände, gegen die ein Ball prallen kann. Frauen mögen keine Lautstärke, deshalb werden Jungs von ihnen oft lieber ruhig gehalten“.(Quelle)

Ok gut, das kann man akzeptieren. Ob das stimmt ist allerdings fraglich. Weiterhin wird dies jedoch auch mit dem sozialen Miteinander von Mann und Frau im privaten Bereich begründet:

Manchmal komme es wegen dieser unterschiedlichen Ansichten zu erstaunlichen Zusammenschlüssen unter Frauen. „Weil sie zu Hause Schwierigkeiten mit ihren Partnern haben, erwarten sie, dass Männer auch am Arbeitsplatz Probleme verursachen. Der Mann muss also weg – er stört den Frieden und die Ordnung“, sagt Melitta Walter. Männer werden dann geschnitten, müssen erleben, dass Frauen hinter ihrem Rücken über sie reden oder werden offen angegriffen und zu Unrecht kritisiert.(Quelle)

“Der Mann muss weg”? Ob sich das nun wiederrum wissenschaftlich beweisen lässt, bleibt im Raum stehen. Gefühltermaßen hat sich das Mann-und-Frau-Bild im sozialen Bereich doch weit verbessert. Ob ein eben solcher Artikel das Klischee-Denken nicht einfach wieder vertieft und verschlimmbessert, sei mal dahin gestellt.

Fakt ist: jeder sollte den Beruf ausüben, bei dem er sich am wohlsten fühlt. Und wenn sich zukünftig ein Mann bei JOBMIXER auf eine Erzieher-Stelle bewerben möchte, dann bitte schön!

JOBMIXER wider dem Kampf der Geschlechter!



Ein Kommentar zu dem Thema: “Vom Männermobbing im Kindergarten”

  1. Klaus
    Möglicherweise verhalten sich die Erzieherinnen intuitiv richtig. Die immer häufiger von Erziehern ausgehenden Missbrauchsfälle gehen zu 100% von Männer aus. Normale heterosexuelle Männer suchen nicht die Nähe zu kleinen Jungs.

    http://www.abendblatt.de/daten/2006/01/27/527547.html
    http://www.welt.de/berlin/arti2328962/Berliner_Erzieher_schweigt_zu_Sex-Vorwuerfen.html
    http://www.spiegel.de/panorama/justiz/0,1518,387950,00.html

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